Bärlauch, Knoblauch und Zwiebeln

Heute möchte ich Ihnen aus unserer Detox-Reihe eine weitere Pflanze vorstellen. Diese ist Ihnen bestimmt bekannt, denn es geht um den Knoblauch.

Der Knoblauch (allium sativum) ist ein Gewächs aus der Allium-Gattung, die auch Lauchgewächse genannt wird. Zu ihr gehören die Zwiebel und der Schnittlauch aber auch der Bärlauch, welcher aufgrund seines charakterischen Geschmacks von vielen Menschen gern verzehrt wird.

Der Knoblauch wird seit Tausenden Jahren in der Küche als Gewürz eingesetzt und stammt ursprünglich aus Asien. Über Gewürzstraßen und durch regen Handel der frühen Hochkulturen gelangte der Knoblauch bis nach Ägypten und später auch nach Europa. Heute ist er fester Bestandteil der mediterranen Küche, aber auch in anderen Gerichten wird er gerne verwendet. Er hat aber zahlreiche Eigenschaften die ihn außer als Gewürzpflanze noch weiter auszeichnen.

Lange Zeit wurde angenommen, dass wer sich Knoblauch um den Hals hängt, damit die Hexen im Dorf vertreibt und sich sogar vor der Pest schützen kann. Auch gegen Vampire konnte man sich schützen, was wahrscheinlich besonders auf den Geruch zurückzuführen ist, den der Knoblauch verbreitet. Eine andere Theorie ist, dass Vampire, welche böse sind, von der Kraft des Knoblauchs ferngehalten werden. Diese Schlussfolgerung kommt dadurch zustande, dass Knoblauch in vielen Ländern und Religionen als Schutz gegen Hexen und Böses gesehen wird.(1)

In der Tat haben schon die Römer bei jeder neu angelegten Siedlung zuerst Knoblauch angebaut, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Zehen erst nach relativ langer Zeit ausgebildet werden. Zunächst wächst nämlich nur eine einzelne nicht unterteilte Zwiebel. Diese wird manchmal auch Perlzwiebel genannt und ist besonders im asiatischen Raum beliebt.

Knoblauch enthält viel Vitamin C und B6 und als Spurenelemente besonders Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink und Selen. Damit ist er zwar relativ “gesund”, aber da ihn wohl niemand ohne Grund in größeren Mengen verspeist, für unsere Ernährung eher nicht so relevant.   

Doch was wir alle wissen wollen: Woher kommt der Geruch? Das enthaltene Alliin wird, nachdem die Zellstruktur zerstört wird, mithilfe von Alliinase zu Allicin umgewandelt. Allicin an sich ist geruchlos, jedoch ist es ein instabiler Stoffl welches weiter reagiert. Je nach Weiterverarbeitung und Umgebungseinflüssen sind die Endprodukte unterschiedlich und es sind die Endprodukte mit lipophilen Organoschwefelverbindungen, welche einen starken Geruch hervorrufen. Es ist also wie beim Ei – der Schwefel macht den Gestank.(2)

Wie hilft uns Knoblauch beim entgiften?

Knoblauch hat auch viele gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe, welche bei einer Entgiftung helfen können. So wurde z. B. in einer Studie festgestellt, dass durch den täglichen Konsum von Knoblauchpulver bei Patienten mit einer nichtalkoholischen Fettleber bedeutende Gewichtsverluste erzielt werden konnten. Während der Gewichtsabnahme blieb das fettfreie Körpergewicht fast gleich was bedeutet, dass es zu einem Verlust von Fett und Wasser kam, das Muskelgewebe jedoch größtenteils erhalten blieb.(3)
In der zitierten Studie wurde nicht näher darauf eingegangen, von welchem Stoff diese Wirkung stammt. Allerdings hat man in einer Studie an Ratten festgestellt, dass der Stoff S-Allyl Mercapto Cystein eine präventive Wirkung auf eine nichtalkoholische Fettleber hat.(4)

Eine weitere Eigenschaft des Knoblauchs ist seine antioxidative Wirkung. In einer Studie wurden die verschiedenen Inhaltsstoffe Allyl Cystein, Alliin, Allicin und Allyl Disulfat auf ihre antioxidativen Eigenschaften untersucht. Es wurde herausgefunden, dass zwar alle dieser Stoffe antioxidativ wirken, jedoch alle in unterschiedlicher Weise. Beispielsweise fängt Alliin das freie Radikal Hyperoxid ab und macht es somit reaktionsunfähig. Allyl Cystein und Allyl Disulfat hingegen reagieren damit gar nicht. Allicin jedoch wirkt insofern, dass es die Bildung von Hyperoxid verhindert.(5) Ein weiteres Beispiel ist die Wirkung auf Hydroxyl Radikale. Hier fangen sowohl Alliin, Allyl Cystein und Allyl Disulfat die Hydroxyl Radikale ab, wohingegen in dieser Studie keine Wirkung diesbezüglich für Allicin festgestellt werden kann. Wie bereits festgestellt, wird Allicin in weitere Stoffe umgewandelt. Allicin ist kein sehr stabiler Stoff, weswegen die Wirksamkeit als Antioxidans aufgrund seiner Flüchtigkeit wahrscheinlich nicht sehr hoch ist.

Das in frischem Knoblauch freigesetzte Allicin hat antibakterielle, antifungale, antiparasitäre und antivirale Eigenschaften. So wirkt es z. B. besonders effektiv gegen Candida albicans, ein Hefepilz welcher häufig im Verdauungstrakt gefunden wird. Dies wird auf seine Reaktion mit den Thiol-Gruppen der verschiedenen Enzyme zurückgeführt.(6) Auch hier ist zu erwähnen, dass Allicin ein instabiler Stoff ist, welcher in weitere Stoffe umgewandelt wird. Aus diesem Grund sollte Knoblauch frisch verwendet werden, wenn man ihn wegen seines Allicins verwendet.

Wilder Bärlauch

Ebenso wurden für Bärlauch antibiotische und antifungale Effekte nachgewiesen. Wie in dieser Studie zu lesen, sind die Wirkungen von pflanzlichen Wirkstoffen schwer nachweisbar, da die Extraktion von wirksamen Stoffen je nach Extraktionsmethode und verwendeter Pflanze verschieden ist. Dennoch sind Effekte nachweisbar und das Bakterienwachstum wurde deutlich eingeschränkt.(7)

In einer Studie aus dem Jahr 2016 konnte auch festgestellt werden, dass ‘Aged Garlic Extract’, also Extrakt aus Knoblauch, welcher einem hitzefreien Alterungsprozess unterzogen wurde (8), positive Auswirkungen auf Arterienverkalkungen hat.(9) Der Fortschritt der Verkalkung konnte verlangsamt und die Verkalkung teilweise sogar rückgängig gemacht werden, nachdem ein Jahr täglich 2.400 mg Aged Garlic Extract zu sich genommen wurde.

Im gleichen Atemzug wie Knoblauch, wird auch oft seine positive Wirkung auf LDL-Cholesterin und Blutfettwerte genannt. Während einige Artikel auf Studien verweisen, welche diese Aussage bestätigen, so zeigen jüngere Studien, dass diese Aussagen falsch sind. Studien welche zu diesem Ergebnis kamen waren methodisch unsauber durchgeführt.
Wie in dieser Studie erkenntlich, hatte die Gabe von Knoblauchpulver über einen Zeitraum von 12 Wochen verglichen mit einem Placebo keine ersichtlichen Auswirkungen auf die Blutfettwerte.(10)
In einer anderen Studie wurde die Wirksamkeit von Knoblauchöl Präparaten auf die Serum Lipoproteinlevel und Cholesterin Stoffwechsel untersucht. Als Ergebnis kam heraus, dass die Einnahme von Knoblauchöl Präparaten keine Auswirkung auf die Cholesterin-Aufnahme, die Cholesterin Synthese und den Serum Lipoproteinspiegel hat.(11)

Abschließend sei auch noch erwähnt, dass ein übermäßiger Konsum von Knoblauch Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Neben dem Mund- und Körpergeruch den er verursacht, kann Knoblauch auch als Thrombozytenaggregationshemmer (TAH) wirken.(12) Dadurch wird die Verklumpung von Blutplättchen gehemmt, wodurch Blutgerinnseln verhindert werden können. Gleichzeitig wirkt es allerdings auch insofern ungünstig, dass eine Blutungsneigung entsteht. Deswegen sollte z. B. auf den Verzehr von Knoblauch vor einer OP verzichtet werden.

Auch zu beachten ist, dass manche Menschen eine Knoblauchunverträglichkeit aufweisen. Diese führt dazu, dass es nach dem Genuss, der Berührung oder dem Riechens von Knoblauch zu Symptomen wie Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall oder Erbrechen kommen kann. Falls solche eine Allergie bekannt ist, sollte man sich von Knoblauch fernhalten.(13)

Fazit

Knoblauch ist eher nicht der klassische “Entgifter”. Er ist nicht das Mittel der Wahl für eine Schwermetallvergiftung und auch bei einer “Übersäuerung” wird es eher weniger als Behandlungsmittel empfohlen. Der Knoblauch punktet jedoch mit seinen starken antioxidativen, antifungalen, antibiotischen usw. Eigenschaften. Es ist ein wunderbares Mittel für die Prävention. Angefangen beim Schutz den er vor Plaqueablagerungen in den Arterien bietet, bis hin zu seiner Wirkungskraft gegen Candida Albicans.

Doch leider ist der Knoblauch kein Universalheilmittel und vermag bei erhöhten Bluttfettwerten nichts auszurichten. Ebenso kann er bei manchen Leuten ernsthafte Probleme auslösen. Aufgrund seiner Wirkung als TAH sollte er außerdem nicht vor chirurgischen Eingriffen verzehrt werden.

Um die optimale Wirkung der Inhaltsstoffe zu ermöglichen, sollte der Knoblauch erst einmal zerschnitten oder zerdrückt werden. Dadurch wird das innewohnende Alliin in Allicin umgewandelt. Anschließend sollte der Knoblauch entweder roh verzehrt werden, oder erst am Ende dem Essen hinzugegeben werden, damit seine Inhaltsstoffe nicht durch die beim Kochen entstehende Hitze zerstört werden.

Eine Knoblauchzehe am Tag reicht dabei bereits, um die positiven Effekte des Knoblauchs zu spüren. Probieren Sie es doch einmal aus und geben eine kleingeraspelte Knoblauchzehe über den Salat oder in die Salatsoße. Es schmeckt gut und Sie vertreiben bestimmt jeden Vampir aus Ihrem Freundeskreis.

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Mark Weiland

Mark Weiland ist veganer Rohköstler, Experte für Entgiftung und Rohkost, hat Medizin studiert und eine Ausbildung zum Ernährungsberater genossen. Er ist Filmproduzent für alles, was mit Ernährung, Gesundheit und Naturverbundenheit zu tun hat.
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